Elternzeit in Australien – Mit dem Nachwuchs Down Under entdecken

Ein familienfreundlicher Kontinent

Ein kleines Känguru steht am Strand und schaut freundlich in die Kamera. Im Hintergrund sind Felsen und das Meer.
Kein seltener Anblick – die süßen Beuteltiere lieben den Strand genauso wie wir © francoschettini – stock.adobe.com

Endlose Sandstrände, eine einzigartige Unterwasserwelt, die Weiten des Outbacks und spannende Metropolen – Australien ist verständlicherweise das Traumziel vieler Europäer! Leider liegt das Land aber auch über 14.000 Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt, alleine die Anreise dauert also einen ganzen Tag. Schon aus diesem Grund ist Australien keine Destination für eine Kurzreise. Auch die Entfernungen vor Ort und die Fülle an Möglichkeiten sprechen für einen längeren Aufenthalt.

Eine Lebensphase, in der Zeit keine übergeordnete Rolle spielt, ist die Elternzeit. Immer mehr Paare nehmen diese teilweise oder ganz gemeinsam, um die Welt zu entdecken – und ein immer populärer werdendes Urlaubsziel dafür ist Australien. Die Vorteile liegen auf der Hand: Down Under sind die Menschen Kindern und Familien gegenüber meist besonders freundlich gestimmt, die Sprachbarriere ist nicht allzu groß und die Freizeitmöglichkeiten sind extrem vielseitig. Das westliche Land hat zudem hohe Sicherheitsstandards und ein sehr gut funktionierendes Krankensystem – alles wichtige Kriterien, wenn man mit einem Baby auf Reisen geht.

Warum also nicht Deutschland für mehrere Wochen den Rücken kehren und die kostbare Elternzeit in Australien genießen? Das ideale Alter für eine derartige Reise ist von Kind zu Kind verschieden. Ab etwa sechs Monaten steht einer Reise aus medizinischer Sicht jedenfalls nichts im Wege. Hier sind die wichtigsten Tipps für die Planung:

Route wählen

Ein weißes Auto fährt über einen riesigen menschenleeren Strand.
Ein menschenleerer Strand – im riesigen Australien keine Seltenheit © Fezbot2000 – unsplash.com

Zu Beginn stellt sich die Frage nach dem genauen Ziel und der Reiseroute. Australien ist riesig, zwischen den auf der Landkarte so nah beieinander liegenden Millionenstädten Sydney und Melbourne liegen zum Beispiel mehr als 850 Straßenkilometer. Die Flugzeit zwischen den Metropolen an der Ostküste und der Westküste beträgt sogar über dreieinhalb Stunden. Die ungefähre Reiseroute solltet ihr daher entsprechend der Reisedauer planen. Berücksichtigt dabei die Tatsache, dass ein Säugling mit an Bord ist. Ein Baby von unter einem Jahr bekommt nicht nur die ersten Zähnchen, sondern macht auch in der motorischen Entwicklung deutliche Sprünge. In dieser Zeit ist das Baby häufig auch anfälliger für Infekte. Deshalb gilt: Lieber weniger Programmpunkte planen, dann bleibt genügend Zeit für die individuellen Bedürfnisse des kleinsten Familienmitglieds. Besonders die ersten Tage solltet ihr zum Zweck der Akklimatisierung ruhig angehen.

Die besten Reiserouten

Ein dunkler Holzsteg führt über grün bewachsene Hänge an einen weißen Sandstrand.
Strand in Sicht: der Torndirrup-Nationalpark in West Australien ist ein kleines Wanderparadies © Rob Bayer – shutterstock.com

Bei der Wahl der Reiseroute gibt es natürlich viele Möglichkeiten. Aufgrund der guten Infrastruktur eignen sich besonders Reisen in den Südwesten des Landes. Die Landschaft zwischen Melbourne und Sydney – speziell entlang der Great Ocean Road – beispielsweise ist wunderschön und bietet viele Sehenswürdigkeiten. Empfehlenswert ist auch die Route zwischen Brisbane und Cairns, wo unzählige Traumstrände schöne Urlaubstage versprechen.

Ein 24-Stunden-Flug mit dem Baby

Ein kleines Baby schläft in einem Bassinet, einer Art Körbchenbett das im Flugzeug vor den Sitzen der Eltern festgemacht werden kann.
Zum Neidisch werden – im Bassinet kann euer Baby ganz bequem schlafen © ake1150 – stock.adobe.com

Die großen Fluglinien berechnen für Kinder unter zwei Jahre nur geringe Gebühren, das Baby hat dann aber auch keinen Anspruch auf einen Sitzplatz. Allerdings stellen die Fluglinien auf Langstreckenflügen kleine Babybetten zur Verfügung, die an der Kabinenwand befestigt sind. Ein solches Baby-Basket könnt ihr bereits bei der Flugbuchung reservieren.

Tipp: Bringt die wichtigsten Dinge für die ersten Tage im Handgepäck unter, denn wenn sich das aufgegebene Gepäck verspätet, ist Chaos programmiert. Eventuell könnt ihr für das Kind ein Handgepäck extra buchen, denn Nahrung, Windeln, Schnuller, Medikamente und Kuscheltier sollten an Bord griffbereit sein.

Für den Druckausgleich des Babys während des Fluges können spezielle Ohrstöpsel oder Getränke hilfreich sein. Babys werden während des Start und bei der Landung idealerweise gestillt – oder sie bekommen eine Fläschchen. Ein Stopover auf dem Weg, etwa in Dubai, Bangkok, Singapur oder Kuala Lumpur, wird von vielen Reisenden als angenehm empfunden. Allerdings muss das Baby sich dann innerhalb von wenigen Tagen zweimal an ein neues Klima gewöhnen.

Wohnmobil oder Auto

Ein gelber Bulli steht mit offenen Türen auf einem schattigen Parkplatz am Meer. Auf einer Bank sitzt ein Mann, weiter vorne spaziert ein älterer Mann über die Promenade.
Flexibel und ziemlich lässig – mit dem Bulli lernt man das Land richtig gut kennen © Simon Rae – unsplash.com

Australien lässt sich ausgezeichnet mit dem Mietwagen oder Camper erkunden. Letzterer hat den Vorteil, dass das Bett und die Kochstelle an Bord sind und das Baby eine vertraute Umgebung hat. Nachts könnt ihr das Wohnmobil in einem der vielen Caravanparks abstellen, die zumeist sehr gepflegt und gut ausgestattet sind. Alternativ ist teilweise Wildcampen möglich, allerdings ist dies nicht überall erlaubt. Die Camper-Modelle bieten verschiedene Ausstattungen: Für eine Klimaanlage auch im Wohnbereich, eine gut ausgestattete Küche mit Kühlschrank oder Toilette und Dusche müsst ihr natürlich extra bezahlen. Achtet bei der Buchung darauf, dass sich ein oder mehrere Kindersitze befestigen lassen. Der Kindersitz kann auf dem Flug mitgebracht oder vor Ort ausgeliehen werden.

Eine andere Möglichkeit für eine Tour durch Australien ist der Mietwagen. Dann wohnt ihr entweder in einer länger gemieteten Unterkunft, von der aus ihr die Gegend bei Ausflügen erkundet, oder in wechselnden Motels und Hotels. Vor allem wenn die Unterbringung in vielen verschiedenen Unterkünften stattfinden soll, ist eine genauere Planung erforderlich. Bei längeren Strecken wird Kleinkindern zudem rasch langweilig im Auto. Es lohnt sich daher bei dieser Reiseform, öfter mal bereits in der Nacht oder am frühen Morgen weiterzufahren.

Sicherheit und erforderliche Papiere

Auf einer Landkarte liegt ein Reisepass mit einem Flugticket, ein Stethoskop und ein Spielzeugflugzeug.
Gültige Pässe, Visa, Impfungen – vor einer Fernreise muss man an ganz schön viel denken © Gecko Studio – stock.adobe.com

Der medizinische Standard ist in Australien hervorragend. Die Ärzte sind gut ausgebildet, die Krankenhäuser bestens ausgestattet, und auch das Personal in den Apotheken ist sehr kompetent. Dieser Standard gilt nicht unbedingt durchweg für das Outback, aber dieser Teil des Landes bietet sich als Reiseziel in der Elternzeit ohnehin nicht an, u. A. weil es dort extrem heiß werden kann. Auch gefährliche Tiere gibt es dort mehr als anderswo in Australien. Grundsätzlich gilt: Wenn ihr alle Warnhinweisen befolgt, ist die Gefahr von Verletzungen durch Schlangen, Spinnen oder giftige Meerestiere relativ gering. Babys benötigen für Australien keine zusätzlichen Impfungen, wenn der Impfkalender des Robert-Koch-Institutes eingehalten wurde. Mitgebrachte Medikamente müssen registriert werden.

Für die Einreise nach Australien ist ein gültiger Reisepass für Erwachsene, Babys und Kinder erforderlich. Darüber hinaus muss ein Touristenvisum beantragt werden, das mit einem eVisitor-berechtigten Reisepass, etwa aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, online beantragt werden kann. Das elektronische Visum ist für zwölf Monate gültig und erlaubt einen maximal drei Monate dauernden Aufenthalt. Da zwischen Deutschland und Australien kein Versicherungsabkommen besteht, lohnt zudem der Abschluss einer umfassenden Reiseversicherung. Dann könnt ihr die einmaligen Zeit als frischgebackene Familie ganz unbeschwert genießen.

Titelbild: Neben Kängurus und dem Uluru DAS Wahrzeichen von Australien – das beeindruckende Sydney Opera House © Keith Zhu – unsplash.com